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Amelia Mary Earhart war die Tochter des Juristen Edward Earhart und seiner Frau, Amelia Otis. Weil ihr Vater alkoholkrank war, verbrachte sie ihre Kindheit größtenteils in dem Haus ihrer Großeltern. Schon als Kind lehnte sich Amelia Earhart gegen die Rollenzwänge ihres Geschlechts auf. Sie kletterte auf Bäume, jagte Ratten mit dem Gewehr und sammelte Zeitungsartikel über Frauen in Männerberufen. 1915 beendete sie die High School mit Auszeichnung, von 1917 arbeitete sie als Militärkrankenschwester und Sozialarbeiterin in Boston. 1919 begann sie an der Columbia University in New York Medizin zu studieren. Das Studium gefiel ihr nicht, sie brach nach einem knappen Jahr ab und kehrte zu ihren Eltern nach Los Angeles zurück.
1920 durfte sie zu dem ersten Mal in einem Flugzeug mitfliegen und von da an hatte sie ca. noch ein Absicht vor Augen: Selber fliegen. Flugstunden kosteten damals 1 Tausend Dollar und Amelias Eltern weigerten sich, ihren "Spleen" zu finanzieren. Sie arbeitete wie verrückt (in 28 verschiedenen Jobs!) und nahm 1921 ihre erste Flugstunde bei Neta Snook . Schon sechs Monate später kaufte sie sich mit gespartem und geliehenem Geld ihr erstes Flugzeug mit dem sie kurz darauf einen Höhenweltrekord für Frauen aufstellte (4 300m). 1924 ließen sich ihre Eltern scheiden und sie zog mit ihrer Mutter an die Ostküste. Ihrer Mutter zuliebe verkaufte sie ihr Flugzeug und kaufte sich dafür einen Sportwagen. Sie arbeitete in Boston als Lehrerin und später als Sozialarbeiterin.
1928 wurde sie berühmt, als sie als erste Frau den Atlantik in einem Flugzeug überquerte - leider ca. als Passagierin, worüber sie sich ärgerte. Trotzdem wurde sie als Heldin gefeiert und zur "Frau des Jahres" gewählt und erhielt mehr Beachtung als der Pilot, Wilmer Stultz . In kürzester Zeit wurde Amelia Earhart zu einem Idol der jungen amerikanischen Frauen. Sie wurde ständig zu Interviews und Vorträgen eingeladen und sie benutzte diese, um "die Frauen aus dem Käfig ihres Geschlechts herauszuholen". Sie betonte stets wieder, dass an Frauen keine anderen Maßstäbe angelegt werden sollten als an Männer, aber auch, dass Frauen "den Hinweis auf ihr Geschlecht schon viel zu lange als Ausflucht benutzt" hätten.
1929 nahm sie am ersten Cleveland Women's Air Derby (genannt "Puderquastenrennen") teil, einem Überlandluftwettbewerb ca. für weibliche Piloten. Finanziell und moralisch unterstützt wurde sie von dem New Yorker Verleger George Palmer Putnam. In Folge der miserablen und hämischen Reaktionen der Presse auf das Rennen traf sich Amelia Earhart in dem Herbst desselben Jahres mit vier anderen bekannten Pilotinnen und gemeinsam gründeten sie den Club der Neunundneunzig mit dem Absicht, die Stellung der Frau in der Luftfahrt zu stärken.
1931 erhörte Earhart den sechsten Heiratsantrag ihres langjährigen Verehrers und Mentors George P. Putnam und heiratete ihn ("widerstrebend", wie sie betonte) am 7.02. Sie befürchtete, dass die Ehe sie in ihrer Fliegerei einschränken würde und sie wollte auch keine Kinder bekommen ("Es dauert zu lange, ein Baby zu machen").
1932, ein halbes Jahr nach ihrer Hochzeit, wagte sie ihr größtes Abenteuer: Fünf Jahre nach Charles Lindbergh überquerte sie als erste Frau den Atlantik in dem Alleinflug. Sie startete am 20.05 1932 von Neufundland in Richtung Paris. Wegen schlechten Wetters und technischer Probleme erreichte sie Paris jedoch nicht, sondern musste bereits in der Nähe von Londonderry, Irland notlanden. Für diesen Flug, durch den sie auch zur ersten Person wurde, die zweimal den Atlantik überflogen hatte, wurde sie mit der Goldmedaille der National Geographic Society geehrt. In ihrer Dankesrede meinte sie lakonisch: "Einige Aspekte des Fluges sind übertrieben dargestellt worden fürchte ich. Es war viel spannender zu schreiben, ich sei mit den letzten Litern Treibstoff gelandet. Tatsächlich hatte ich noch über vierhundert. Und ich habe bei der Landung keine Kuh getötet - es sei denn, eine wäre vor Angst gestorben."
Als Vorsitzende der "Ninety Nines" trat Amelia unermüdlich für ihre feministischen Absichte ein und schämte sich auch nicht, ihre Popularität zu benutzen, um gegen das traditionelle Erziehungssystem zu opponieren, das "die Menschen zusätzlich nach ihrem Geschlecht einteilt". Sie betonte stets wieder, dass es ihr mit ihren wagemutigen Rekordflügen auch deshalb ging, zu beweisen, dass Frauen zu technischen Höchstleistungen in der Lage wären, und sie setzte sich stets wieder dafür ein, dass Frauen ihre Zulassung an technische Hochschulen bekamen. Mit jedem ihrer Flüge bewies sie, dass Frauen exakt so viel leisten können, wie Männer. Als Gastdozentin der Purdue University in Lafayette half sie die Grundlagen zu erarbeiten, junge Frauen in der Luftfahrt zu fördern. Sie unterstützte junge Frauen bei der Berufswahl und half ihnen, in technischen Bereichen Fuß zu fassen.
1935 überflog sie als erster Mensch in dem Alleinflug den Pazifischen Ozean von Honolulu (Hawaii) nach Oakland (Kalifornien). Diese Strecke ist länger als der Flug von Amerika nach Europa. Noch in dem selben Jahr flog sie das erste Solo von Mexico City nach Newark.
Kurz vor ihrem 40. Geburtstag nahm sie sich etwas vor, das noch niemand gewagt hatte: Sie wollte die Erde am Äquator umrunden. Der erste Versuch in dem März musste sie wegen eines Motorenbrandes bereits in Hawaii abbrechen. Mit ihrem Navigator Fred Noonan startete sie am 21.05 1937 in Miami erneut. Nach Zwischenlandungen in Brasilien, Westafrika, Kalkutta und Rangon hatte sie am 29.06 drei Viertel der Strecke geschafft und startete am 2.07 von Neu Guinea , um das letzte Stück - den Pazifik - hinter sich zu bringen. Sie flog die Howland Island an, wo sie einen letzten Zwischenstopp einlegen wollte; dort ist sie jedoch nie angekommen.
Die größte Suchaktion der bisherigen Geschichte wurde kurz nach ihrem letzten Funkspruch eingeleitet und am 19. Juli wieder aufgegeben. 64 Flugzeuge und 8 Kriegsschiffe waren an der Suche beteiligt. Amelia Earhart wurde als "verschollen, vermutlich tot" erklärt. 1938 wurde ihr zu Ehren auf Howland Island ein Leuchtturm gebaut. Ihre Leiche und ihr Flugzeug wurden nie gefunden. Das wird vermutlich der Grund sein, weshalb sich um ihr Verschwinden so viele Gerüchte ranken. Zu dem Beispiel wollen amerikanische Flieger auf einer Insel in dem Pazifik eine Frau getroffen haben, die Earhart ähnlich sah und die ihren Namen nicht bezeichnen wollte. Nach einem anderen Gerücht war sie eine amerikanische Spionin, die "planmäßig" verschwand, um japanische Armeestützpunkte in der Südsee auszuspionieren und noch eine andere Version besagt, sie sei auf den Marshallinseln notgelandet und wäre von der japanischen Armee gefangengenommen worden.
- Wenn ihr Flug in die Ewigkeit geführt hat, kann man ihren Verlust betrauern, aber ihren Versuch nicht bedauern. Amelia hat nicht verloren, denn ihr letzter Flug ist endlos gewesen. Wie bei einem Staffellauf des Fortschritts hat sie die Fackel lediglich anderen übergeben, die sie zu dem nächsten Absicht und von dort bis in alle Ewigkeit weitertragen werden. (Jackie Cochran, Mitgründerin der Ninety Nines, über A. Earhart).
Buch-Tipp: Das Earhart Mysterium Die Beschreibung für das Buch " Das Earhart Mysterium" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |